Tokio.
Reisen im Winter
Eine Japanreise im Winter ist ungewöhnlich.
Sehenswürdigkeiten sind nahezu ausgestorben und selbst in touristischen
Zentren trifft man auf nur wenige Reisende. Dafür kann man aber Tempel,
Schreine und anderes in aller Ruhe anschauen. An manchen Orten sieht man
ausgedehnte Raststätten und möchte sich gar nicht vorstellen, wieviele
Menschen hier im Sommer sein werden. An den Wochenenden wird es durch
japanische Tagesausflügler etwas lebhafter, aber wahrscheinlich immer
noch kein Vergleich. Der zum Reisen geeigneteste Monat ist wahrscheinlich
der November, noch warm, aber nicht mehr schwül-heiß und trocken, nach
der vorangegangenen Regenzeit eine echte Erholung. Außerdem ist dann
gerade Koyo, die sogenannte Herbstlaubfärbung mit wundervoll bunten
Blättern. Jetzt ist gerade Januar, zwar kalt aber ebenfalls trocken und
meist sonnig, so dass die Kälte nicht so unangenehm ist, zumindest im
Süden des Landes.
Shinkansen nach Kyoto
Einmal das Erlebnis Shinkansen. Mit meiner Mutter
zusammen, die mich zum Jahresende besuchte, ging es nach Kyoto, aus der
neuen Hauptstadt in die alte. Der Shinkansen ist geräumiger als der
deutsche ICE, nebeneinander gibt es zwei plus drei Sitze. Das mitgebrachte
Gepäck stellt man vor sich, da es über-Kopf-Abstellmöglichkeiten wenige
gibt. Die Beinfreiheit ist dafür umso größer. Während der Fahrt sah
ich ihn dann zum ersten Mal, den Berg Fuji mit seiner weißen Haube aus
Schnee, ein majestätischer Anblick. Auf der anderen Seite der Bahnstrecke
breitet sich der Pazifik aus.