Teil 2 - Kontraste
Es springt einem sofort in den Sinn, über
Japan zu reden heisst über Kontraste zu reden. Dass Kontraste im
kulturellen Sinne mit Vielfalt zu tun haben, ist naheliegend und so
möchte ich, wenn ich Kontraste aufzeige, damit auch auf die Vielfalt
hinweisen.
Fortbewegen
Tokio ist von einem dichten Netz von Bussen, Metros und Zügen
durchwoben. Wer sich schon mal Verkehrs-Netzpläne dieser Stadt angeschaut
hat, wird erstaunt sein. Entsprechend nutzen auch die Tokioter das
Angebot. Wenn dann das Ziel nicht dicht genug an der Station ist, wird oft
ein Taxi gerufen. Manche Stationen sind nur 5-10 Minuten zu Fuß
voneinander entfernt, das reicht aber schon, um die Metro zu benutzen.
Wenn ich davon erzähle, dass ich jeden Tag 30 Minuten zur Arbeit laufe,
ist das für viele kaum zu glauben. Natürlich aus zwei Gründen, erstens
so dicht bei der Arbeit zu wohnen und zweitens den ganzen Weg zu Fuß
zurückzulegen. Manche glauben mir ja noch nicht einmal, dass es
„nur" 30 Minuten sind.
Erstaunlich ist, wieviele Menschen in einer Metro Platz haben. Selbst wenn
sie schon übervoll zu sein scheint, steigen an der nächsten Station
weitere zu. Bis sich dann an einem der großen Umsteigeknoten der ganze
Strom entlädt und der Zug wieder aufatmen kann. Es scheint, als halte ein
jeder die Luft an, um nicht allzuviel Platz einzunehmen. An das klingelnde
Händi in der Hosentasche kommt man dann wahrlich nicht mehr ran.
Wohnen
Aufgrund der hohen Mietpreise ist es durchaus üblich, dass Kinder
auch mit 30 noch bei den Eltern wohnen und oft stundenlang mit der Metro
zu Studium oder Arbeit fahren. Wer sich jap. Wohnungsanzeigen durchliest,
wird schnelll einen weiteren umworbenen Faktor neben Preis und Größe
entdecken, die Entfernung zur nächsten Bahn- oder Metrostation.