.eindrücke
.zwbericht

        7/9


überhaupt ist die Wohnraumsituation verglichen mit europäischen Metropolen ganz anders. Wirkliche Hochhäuser gibt es wenige. Die meisten stehen in Shinjuku und sind Bürogebäude. Ein paar sind über die Stadt verteilt und beherbergen meistens exclusive Wohnungen zu exorbitanten Kaufpreisen. Das Gros der Tokioter Bevölkerung dagegen wohnt in kleineren Ein- oder Mehrfamilienhäusern. Das ist bei der Bevölkerungsdichte, an die europäische Großstädte lange nicht heranreichen umso mehr erstaunlich.

Aufgelöst wird das Rätsel, wenn man sich die Wohngebiete genauer anschaut. Die Gassen sind eng und zwischen den Häusern gibt es auch kaum Platz. Oft ist der Zwischenraum nicht mal breit genug, um hindurchgehen zu können. Nahezu jeder Quadratmeter scheint zubetoniert zu sein.

Sitzen
Ich mag es, eine Stadt zu Fuß zu erkunden. Doch wer viel läuft, braucht auch mal eine Pause. So fällt einem dann bald auf, dass es wenig Bänke in Tokio gibt. Richtig, die jap. Kultur kennt ja eher das Sitzen auf der Erde, am Boden auf Tatamis. Zur Mittagszeit sieht man viele Arbeiter am Wegesrand und falls vorhanden auf Geländern sitzen, eine rauchen und so die Pause verbringen.

Man entdeckt dann nach gewisser Zeit Stühle vor Geschäften und Restaurants. Diese sind jedoch nicht zum Hinsetzen und Ausruhen gedacht, sondern sind eher einladende Geste: "Kommen Sie hinein und nehmen Sie Platz". Auf diesen Stühlen stehen dann meistens folgerichtig kleine Ständer mit Visitenkarten: "Kommen Sie bald wieder, wir haben immer einen Platz frei".